Klebstoff im Klebstoff
Hochleistungsklebstoffe erobern den Automobilbau
„Kollege Roboter“ spritzt den Kleber auf die Innenseite der Lkw-Frontscheibe. Wenige Minuten später ist das 40 bis 60 Kilogramm schwere und tragende Glasteil fest mit der lackierten Karosserie verbunden, die Fahrerkabine windgeschützt. Nach einigen Stunden kann der Spediteur sein neues Fahrzeug bereits in Empfang nehmen.
Immer mehr wird in der Automobilindustrie verklebt sei es im Chassis oder innerhalb der Aufbauten, sei es beim Last- oder Personenkraftwagen. Zum einen spielen dabei die fortschreitende Robotertechnik, zum anderen moderne Hochleistungsklebstoffe eine wichtige Rolle. „Strukturverklebung“ heißt der Terminus technicus, der bei wichtigen Autoteilen auf dem Vormarsch ist: unter der Motorhaube, im Dach oder an den Türen. Heute kommen bei den Pkw der Ober- und Mittelklasse teilweise dreimal so lange „Klebelinien“ wie noch vor wenigen Jahren zum Einsatz. Nicht selten verbessern sich dadurch Fahrzeugstabilität und Crash-Sicherheit. Außerdem sind Gewichtseinsparungen möglich. „Es ist heute kein Problem mehr, Oberflächen aus Stahl, Metall, Glas oder Lack mit anderem Funktionsmaterial zu verkleben“, sagt Degussa-Manager Dr. Gerrit Schneider, verantwortlich für die Vermarktung organofunktioneller Silane in Kleb- oder Dichtstoffen.
Erst diese Silane dem Grundkleber eines Herstellers beigemischt ermöglichen die verlässliche und schnelle Haftung sowie die angestrebte Langzeitstabilität. Gerrit Schneider weiter: „Ohne Silane wäre die Entwicklung von High-Performance-Klebstoffen wohl kaum möglich gewesen. Nur durch sie können technisch aufwändigere Verfahren - wie Schrauben, Schweißen oder Nieten - abgelöst werden“. Für diesen „Klebstoff im Klebstoff“ gelten bei der Handhabung strengste Anforderungen. Schon das falsche Lagern oder Transportieren von Silanen kann die späteren Eigenschaften des Klebstoffes beeinträchtigen und im verklebten Produkt unter Umständen zu erheblichen Schwierigkeiten führen. So schützen Dynasylan® -Spezialsilane von Degussa Kleb- und Dichtstoffe beispielsweise gegen zu hohe Umgebungsfeuchtigkeit. Und beim Transport von zusammengefügten, aber nicht ausgehärteten Klebestellen sichern sie die volle Klebeleistung. Deshalb sind die über 150 unterschiedlichen organofunktionellen Silane des Unternehmens überall dort geeignet, wo bereits nach kurzer Zeit bei den Lkw-Frontscheiben ist dies schon nach 15 bis 30 Minuten möglich eine sehr hohe Haftfestigkeit gesichert sein muss.
Degussa arbeitet seit mehr als 70 Jahren an der Erforschung, Produktion und Anwendung organofunktioneller Silane. Über 700 Patente auf diesem Gebiet dokumentieren das Know-how des weltweit führenden Spezialchemiekonzerns. Außer in Kleb- und Dichtstoffen werden Dynasylan®-Produkte in Lacken, Kunststoffen, Kabeln, auf Glasfasern, Glasgeweben und sogar bei der Synthese von Pharmazeutika eingesetzt. Alleine bei Kleb- und Dichtstoffen sind dies so unterschiedliche Einsatzgebiete wie Haftvermittler (Adhäsion), Vernetzung (Kohäsion), Trocknung, Verstärkung und „Endcapping“ (weitere gezielte Reaktionsschritte) die Degussa-Silane sind also Wasserfänger, Co-Monomer, Bindemittel oder Reaktionspartner. Oberste Maxime sind dabei Verträglichkeit, Ressourcenschonung und nachhaltiges Wirtschaften. Dynasylan® -Produkte entsprechen damit den Regeln der Initiative „Responsible Care“ der chemischen Industrie.
Der Degussa-Geschäftsbereich Aerosil & Silanes beschäftigt weltweit rund 1.900 Mitarbeiter. Sie sind an neun Standorten in Europa, den USA und in Asien tätig. Degussa-Silane sind ebenfalls innovativer Bestandteil von Hochleistungskeramiken sowie Produktionsprozessen in der Elektronikindustrie und Raumfahrt.
Redaktioneller Hinweis: Zusätzliche Informationen finden sie unter www.specialchem4adhesives.com/tc/silanes oder www.dynasylan.com
Bildmaterial finden Sie auf unserer Homepage: http://www.degussa.com/degussa/de/presse
Als weltweite Nummer Eins in der Spezialchemie schafft Degussa eine 100-prozentige Tochter des RAG-Konzerns mit innovativen Produkten und Systemlösungen Unverzichtbares für den Erfolg ihrer Kunden. Dies fassen wir in dem Anspruch "creating essentials" zusammen. Im Geschäftsjahr 2005 erwirtschafteten rund 44.000 Mitarbeiter weltweit einen Umsatz von 11,8 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis (EBIT) von 940 Mio. Euro.